Brasilien

HintergrundinformationenHauptstadt: Brasília
Sprachen: Portugiesisch
Fläche: 8.511.965 km2
Bevölkerungszahl (2007): 185.998.215 (Brasilianisches Statistikinstitut IGBE)
Bevölkerungsdichte: 23 Einwohner pro km2
Bevölkerungswachstum (2007): 1,2 % für 2007 (IGBE 2006)
Erwerbsbevölkerung (8/2008): 57 % (IBGE)
Ausländische Bevölkerung (2006): 0,7 % (Schätzung, siehe Text)
Arbeitslosenquote: 7,6 % (8/2008), 9,5 % (8/2007), 10,6 (8/2006) (IBGE)
Religionen: römisch-katholisch (73,6 %), protestantisch (15,4 %), spiritualistisch (1,3 %), Umbanda und Candomblé (0,3 %), andere (1,8 %), keine (7,4%) (Zensus 2000)
Brasilien, das in Bezug auf Fläche und Bevölkerung fünftgrößte Land der Erde, ist in Europa vor allem als attraktives Reiseland und ehemaliges Einwanderungsland bekannt. Von der ersten portugiesischen Besiedlung im 16. Jahrhundert bis zum Zweiten Weltkrieg wanderten über vier Millionen Menschen ein, überwiegend Europäer. In den 1980er Jahren haben sich die Verhältnisse umgekehrt. Schätzungsweise drei Millionen Brasilianer haben bis heute ihr Land verlassen, zunächst mit dem Hauptziel USA, zunehmend aber auch in Richtung Europa und Japan.
Doch aufgrund der im letzten Jahrzehnt stabilisierten wirtschaftlichen Situation1 ist Brasilien nunmehr ein lohnenswertes Migrationsziel für Arbeitsmigranten und Flüchtlinge geworden. Diese Zuwanderung verläuft zu großen Teilen irregulär.
Obgleich Brasilien die neuntgrößte Volkswirtschaft der Erde ist, ist das Land von sozialer Ungleichheit geprägt wie kaum ein anderes auf der Welt: 2005 verdienten die reichsten 10 % der Bevölkerung 48 % des nationalen Einkommens und über 40 Millionen Brasilianer hatten weniger als zwei Dollar pro Tag zum Leben.2 Die extreme sozialstrukturelle Spaltung Brasiliens hat sich seit Mitte der 1990er Jahre zunächst verlangsamt, dann aber beschleunigt fortgesetzt.3 Viele gut ausgebildete junge Brasilianer sehen daher in naher Zukunft keine beruflichen Chancen in ihrer Heimat und verlassen das Land in Richtung USA, Japan und Europa.

Historische Entwicklung
Einwanderung
Brasilien ist geprägt durch die jahrhundertelange Einwanderung aus allen Teilen der Erde: Die systematische Besiedlung durch europäische Invasoren, insbesondere Portugiesen, aber auch Spanier, Holländer, Engländer und Franzosen, begann vor über dreihundert Jahren. Für die Zwangsarbeit, hauptsächlich auf den Zuckerrohrplantagen, waren zunächst zahlreiche Indianerstämme versklavt worden. Versklavung, Vertreibung und Vernichtung führten zur Ausrottung vieler indianischer Völker: Von angenommenen fünf bis sechs Millionen Eingeborenen zur Zeit der Ankunft der ersten Europäer schrumpfte ihre Zahl bis zum Ende der Kolonialzeit auf etwa 600.000.4 Im 16. Jahrhundert begannen portugiesische Kolonialisten Sklaven aus Afrika nach Brasilien zu bringen. Sie stammten unter anderen aus den heutigen Gebieten von Guinea, Angola, Mosambik und Nigeria. Im 17. Jahrhundert übertraf die Zahl der verschleppten Afrikaner bereits die der angesiedelten Europäer.5
Mit der Flucht des portugiesischen Königs Dom João VI vor Napoleon im Jahr 1808 nach Brasilien gab Portugal seine Exklusivrechte („Pacto Colonial“) an Brasilien auf. Die Häfen des Landes wurden für alle befreundeten Nationen geöffnet. Durch eine Erklärung von João VI erfolgte 1818 die erste offizielle Anwerbung europäischer Migranten mit dem Ziel der Besiedlung Brasiliens. Die Sklavenwirtschaft wurde von Brasilien de facto erst 1888 beendet. Bis zum Importverbot von Sklaven 1850 waren ca. fünf Millionen Afrikaner nach Brasilien verschleppt worden. Europäische Einwanderer sollten von nun an die Arbeit der Sklaven ersetzen.
Die Zeit der so genannten „großen Zuwanderung“ nach Brasilien begann in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die erste von insgesamt drei Phasen massenhafter Einwanderung (1880 bis 1909) hielt bis in die frühen Jahre des 20. Jahrhunderts an. Die Einwanderer in dieser Phase stammten überwiegend aus Europa. Die stärkste Zunahme war zunächst mit 1.188.883 bei den italienischen Einwanderern zu verzeichnen (vgl. Tab. 1). Aber auch aus Portugal (519.629), Spanien (307.591), Deutschland (49.833), dem Nahen Osten (31.061) und in kleinerer Anzahl aus diversen anderen Ländern wie der Ukraine, Polen, Russland und Korea kamen Einwanderer. Nach Abschaffung der Sklaverei lag die Gesamtzahl der Einwanderer in diesem Zeitraum zwischen 50.000 und über 200.000 pro Jahr.6
In dieser ersten Phase der massenhaften Einwanderung wurden europäische Migranten vor allem als Arbeitskräfte im Agrarsektor, im Kaffeeanbau im Südosten Brasiliens und später für die Verbreitung der Industrialisierung benötigt. Die brasilianische Oberschicht war darüber hinaus bestrebt, sich durch europäische Zuwanderung kulturell, sozial und ethnisch Europa anzugleichen.7
In einer zweiten Einwanderungswelle zwischen 1910 und 1929 kamen über eineinhalb Millionen Migranten, wiederum besonders als Arbeitskräfte in der Landwirtschaft. Sie stammten wiederum überwiegend aus Portugal, Italien, Spanien, Russland und Deutschland, viele von ihnen suchten nach dem Ersten Weltkrieg einen Neubeginn. Aber auch aus Syrien und dem Libanon ist es seit Beginn des 20. Jahrhunderts zur verstärkten Emigration nach Brasilien gekommen.8
Nachdem Kanada, die USA, Mexiko und Argentinien ihre Einwanderungsbedingungen Mitte der 1920er Jahre verschärft hatten, wurde Brasilien zum Hauptmigrationsziel für Japaner. Bis 1929 kamen 86.577 Japaner, die bei ihrer Emigration von der Regierung in Tokio organisatorisch und finanziell unterstützt wurden.9 Die japanischen Einwanderer ersetzten die Arbeitskraft der überwiegend in der Landwirtschaft tätigen italienischen Einwanderer, deren Zahl seit den 1930er Jahren kontinuierlich rückläufig war.
Ab 1930 betrieb Präsident Getúlio Vargas eine Einwanderungspolitik, die vor allem auf die Assimilierung der Minderheiten Brasiliens zielte und die Zuwanderung erschwerte. Zum „Schutze der brasilianischen Identität“ wurde der Gebrauch von Fremdsprachen im öffentlichen Leben verboten.10 Aufgrund des Rückgangs des Kaffeeabsatzes in der einsetzenden Weltwirtschaftskrise war es für Einwanderer ohnehin schwierig geworden, Arbeit zu finden. Die restriktive Zuwanderungspolitik wurde durch ein 1934 eingeführtes Quotensystem bestimmt, wonach (mit Ausnahme der Portugiesen) nur noch eine geringe Anzahl Zuwanderer zu der jeweiligen schon eingereisten Migrantengruppe hinzukommen durfte. Erst 1946 wurden die diskriminierenden Gesetze nach dem Sturz des Vargas-Regimes wieder aufgehoben.
Die dritte Einwanderungswelle (1930 bis 1969) fiel geringer aus als in den vorangegangenen Jahrzehnten. Die größte neu zuwandernde Gruppe stammte mit 160.735 Personen aus Japan. Für den neu entstandenen industriellen Sektor wurden Migranten besonders aus Syrien und dem Libanon angeworben. Mit dem Militärputsch 1964 endete die Anwerbung von ausländischen Arbeitskräften. Für die ökonomische Entwicklung des Landes gewann nun die interne Migration an Bedeutung.
Binnenmigration
Seit der europäischen Besiedlung Brasiliens ist es aus wirtschaftlichen Gründen immer wieder zu immensen Wanderungen innerhalb des Landes gekommen. Als im 17. Jahrhundert die Zuckerrohrproduktion im Nordosten langsam verebbte, bewegte sich ein großer Teil der Bevölkerung in Richtung des neuen Wirtschaftszentrums Minas Gerais, um dort in den Gold- und Diamantenminen zu arbeiten. Als danach im 19. Jahrhundert der Kaffeehandel in Schwung kam, folgten Tausende Arbeitssuchende dem wachsenden Wirtschaftszweig in den Südosten Brasiliens.
Die Industrialisierung in den 1960er und 1970er Jahren brachte neue Arbeitsplätze und führte zu einem Massenexodus vom Land in die großen Städte. In nur wenigen Jahrzehnten kam es zu einer regelrechten Explosion aller großen brasilianischen Städte. Verstärkt wurde die – was ihren Umfang betrifft in Lateinamerika einmalige – Landflucht durch die große Armut der bäuerlichen Bevölkerung. Ein starkes Bevölkerungswachstum, die Modernisierung der Landwirtschaft und die damit reduzierten Beschäftigungsmöglichkeiten für Landarbeiter verstärkten diesen Prozess.
Hinzu kamen in den 1980er Jahren der Mangel an Infrastruktur und die Aussichtslosigkeit, ein eigenes Stück Land zu besitzen. Die Etablierung von kapitalstarken Agrarunternehmen öffnete die Schere zwischen Großgrundbesitzern und subsistenzorientierten Kleinbauern weiter.11 Aus dem Heer der vielen Tausend Landlosen ging 1984 die inzwischen gesamtgesellschaftlich relevante „Bewegung der Landlosen“ (Movimento dos Trabalhadores Rurais Sem Terra, MST) hervor, die sich für eine radikale Landreform einsetzt.
Seit die Industrialisierung an ihre Grenzen gestoßen war, konnten die Metropolen im Norden, Nordosten, Süden und Südosten die vielen Arbeitssuchenden nicht mehr absorbieren. Die hohe Arbeitslosigkeit führte in den Städten und an deren Rändern zur Bildung von Slums, die in den letzten Jahrzehnten rasant gewachsen sind. 2006 lebten 84 % der Bevölkerung in Städten. Seit Anfang 2000 wird eine neue Bewegung aus den südöstlichen Metropolen São Paulo und Rio de Janeiro in die mittelgroßen Städte im Landesinneren beobachtet. Als Pull-Faktoren wirken bessere Beschäftigungsmöglichkeiten, niedrigere Kriminalitätsraten und eine bessere Versorgung durch öffentliche Dienste. Derweil hält jedoch der Massenexodus vom Land in die großen Städte an.12

Politische und rechtliche Entwicklung
Immigrationspolitik
Die brasilianische Regierung betreibt keine aktive Einwanderungspolitik, wenngleich Hochqualifizierten nach Prüfung durch den Nationalen Einwanderungsrat die Einreise nach Brasilien erleichtert wird. Je höher der Schul- bzw. Universitätsabschluss, desto häufiger wird eine Arbeits- bzw. Aufenthaltserlaubnis vergeben, wie Zahlen des brasilianischen Ministeriums für Arbeit und Beschäftigung für die Jahre 2004 bis 2007 zeigen.13 Die in den letzten Jahren vom nationalen Immigrationsrat angestrebte Zuwanderungspolitik erleichtert Migration mit den folgenden Schwerpunkten: Moderne Technologie, Anlage ausländischen Kapitals, Entwicklung von Wissenschaft und Kultur sowie Familienzusammenführung.14
Die aktuelle Zuwanderungspolitik orientiert sich am Gesetz Nr. 6.815 vom 19. August 1980. Schon seit seinem Inkrafttreten ist das Ausländergesetz, das aus der Zeit der Militärdiktatur stammt, umstritten. Besondere Kritik wird geübt an dem Widerspruch zwischen der Absicht des Gesetzes, in erster Linie der nationalen Sicherheit zu dienen und dadurch Einwanderung zu erschweren, und der gültigen Verfassung aus dem Jahr 1988, die die Würde der Menschen und ihre fundamentalen Rechte in den Vordergrund stellt. Die Verfassung hebt zahlreiche Artikel des Ausländergesetzes auf.15
Durch das Gesetz von 1980 wurde auch der Nationale Immigrationsrat (Conselho Nacional de Imigração, CNIg) als Regierungsorgan geschaffen. Er ist für die Gestaltung der Zuwanderungspolitik und für die Ansiedlung von Ausländern zuständig. Der Immigrationsrat wird durch das Arbeitsministerium gesteuert, setzt sich aus Mitgliedern vieler anderer Ministerien, Gewerkschaften und Verbände zusammen und nimmt durch die Vergabe von sieben Visatypen und mit Hilfe von aktuell 79 Resolutionen aktiv Einfluss auf das Migrationsgeschehen.16
Gegenwärtig wird diskutiert, ob die Gültigkeit des restriktiven Ausländergesetzes mit dafür verantwortlich ist, dass die erhoffte stärkere Zuwanderung qualifizierter und unternehmerischer Migranten ausbleibt. Zahlreiche Versuche, eine neue Ausländergesetzgebung auf den Weg zu bringen – wie der Gesetzesvorschlag Nr. 1.813/19, der 1991 von der Exekutive in den Nationalkongress (Congresso Nacional) eingebracht wurde – scheiterten an komplizierten bürokratischen Verfahren und Unstimmigkeiten in der Abgeordnetenkammer (Câmara dos Deputados).
Regionale Migration
Zur bisher größten regionalen Auswanderung aus Brasilien kam es in den 1960er Jahren, als die paraguayische Regierung Brasilianer für den Landbesitz anwarb. Zwischen 112.000 und eine Million Brasilianer sind bis heute als „Brasiguaios“ in Paraguay geblieben. Ihre Zahl ist schwer zu schätzen, da viele von ihnen illegal in den Grenzgebieten leben.17
Heute wird die interregionale Migration in Brasilien zahlenmäßig vor allem durch die Freihandelszone Mercosur (Mercado Común del Sur) bestimmt. Der Mercosur konstituierte sich durch Unterzeichnung des Vertrages von Asunción vom 26. März 1991 durch die Mitgliedstaaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay.18 Viele Tausend Tagelöhner pendeln in den Grenzgebieten der Mitgliedstaaten der Freihandelszone, wobei Brasilien neben Argentinien ein bevorzugtes Ziel für die Wanderarbeiter darstellt. Über die Hälfte aller Ein- und Auswanderungen in Brasilien entfallen seit Anfang der 1990er Jahre auf Südamerikaner.
Die Folgen für die Mobilität von Arbeitskräften fanden in den Verhandlungen über den freien Verkehr von Gütern, Dienstleistungen und Produktionsfaktoren in der Freihandelszone zunächst kaum Beachtung. Eine Reihe von Maßnahmen, wie das Abkommen zur Bewegungs- und Niederlassungsfreiheit von 2002, haben inzwischen jedoch die Situation der „Mercosur-Migranten“ verbessert. Das Abkommen wurde auch von Chile und Bolivien unterzeichnet. Es orientiert sich am Schengen-Abkommen der EU und garantiert Mercosur-Bürgern, gebürtigen Chilenen und Bolivianern die automatische Visavergabe und die freie Wohnort- und Arbeitsplatzwahl.
Die Migrationsbewegungen zwischen Argentinien und Brasilien sind relativ stark: Die Gesamtzahl liegt bei 30.000 Argentiniern und 35.000 Brasilianern im jeweils anderen Land, dazu kommen einige Zehntausend Pendler und irreguläre Migranten. Aus den übrigen südamerikanischen Ländern wie Bolivien, Peru, Chile und Paraguay wandern Migranten überwiegend in Metropolregionen wie São Paulo ein. Laut „Sozialpanorama für Lateinamerika 2007“ nimmt die interregionale Migration in Lateinamerika weiterhin zu.19 Die UN-Konvention über die Rechte von Wanderarbeitern hat Brasilien als einziges Land des Mercosur bis heute jedoch nicht unterzeichnet.

Ausländische Bevölkerung und aktuelle Zuwanderung
Ein Vergleich der Daten aus den Volkszählungen seit 1940 zeigt eine Abnahme des Anteils der ausländischen Bevölkerung von 3,42 % (1940) auf 0,52 % (1991).20 Bis Ende der 1960er Jahre ist der Rückgang des Ausländeranteils zunächst auf das starke Anwachsen der brasilianischen Bevölkerung zurückzuführen, später dann auf das Ende der Anwerbung von Zuwanderern.
Heute ist der Anteil der Ausländer mit 0,6 bis 0,7 % der brasilianischen Bevölkerung (im Vergleich zu Argentinien mit 3 %) eher gering. Nach Schätzungen leben rund 1,5 Millionen Ausländer in Brasilien, der Zensus 2000 nennt die Gesamtzahl von 683.830 (legalen) Einwanderern. Als Ausländer gelten Personen, die im Ausland geboren wurden, unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit. Mit 213.200 Personen stammen rund 31 % aus Portugal, 70.932 (10 %) aus Japan und 55.032 (8 %) aus Italien (vgl. Abb. 1). Ein großer Teil der Zuwanderer aus Portugal, Japan und Italien wurde im jeweiligen Land als Nachfahren von Brasilianern geboren und besitzt die doppelte Staatsangehörigkeit.
Seit den 1990er Jahren kommen rund 50 % aller Zuwanderer in Brasilien aus den südamerikanischen Nachbarländern (vgl. Regionale Migration). So geht etwa aus dem brasilianischen Zensus 2000 hervor, dass von den im Ausland geborenen Zuwanderern, die zwischen 1990 und 2000 einreisten, allein 12 % aus Paraguay (11.156 Personen) kamen (vgl. Abb. 2).
Mit 8,2 % aller Zuwanderer folgen die USA (7.628 Personen) und mit 5,8 % Japan (5.364 Personen) an zweiter bzw. dritter Stelle der häufigsten Herkunftsländer im Zeitraum zwischen 1990 und 2000 – lässt man die hohe Anzahl brasilianischer Rückkehrer aus diesen Ländern einmal außer Acht.
Die vom Arbeitsministerium ausgegebenen Aufenthaltserlaubnisse mit Arbeitserlaubnis in den Jahren 2004 und 2007 gingen (ohne Berücksichtigung der lateinamerikanischen Migranten) vor allem an Zuwanderer aus den USA und den europäischen Staaten wie dem Vereinigten Königreich, Italien, Frankreich und Deutschland, aber auch an asiatische Migranten von den Philippinen, aus Indien, Japan und China (vgl. Abb. 3).21
Ein hoher Anteil der Zuwanderer der letzten Jahrzehnte waren ursprünglich brasilianische Emigranten. Die Volkszählung des Jahres 2000 ergab, dass zwei Drittel aller Einwanderer der Jahre 1990 bis 2000 brasilianische Staatsbürger waren, die zuvor im Ausland gelebt hatten (vgl. „Die Auswandererbevölkerung“).

Ethnische Herkunft und Multikulturalismus
Brasilien ist dafür bekannt, dass seine Bevölkerung aus Menschen aller Hautfarben besteht. Durch die jahrhundertelange internationale Zuwanderung entwickelten sich besonders Metropolen wie São Paulo zu multikulturellen und multiethnischen Räumen. Die massenhaften Ströme der Binnenmigration aus teilweise Tausende von Kilometer entfernten Regionen trugen zu diesem Effekt bei. In kaum einer offiziellen Selbstbeschreibung des Landes fehlen Formulierungen, die die Toleranz „aus Tradition“ betonen. Obwohl der Multikulturalismus im Sinne eines friedlichen Zusammenlebens unterschiedlicher Kulturen und Ethnien im brasilianischen Selbstverständnis eine große Rolle spielt, war er nie politisches Programm.
Die vier Bevölkerungsgruppen, die in Brasilien seit der Besiedlung des Landes dominieren, sind so stark vermischt, dass eine klare Zuordnung zu einer Abstammungsgruppe häufig nicht mehr möglich ist. Der heutige Bevölkerungsmix Brasiliens besteht – in sehr geringem Anteil – aus den verschiedenen Indiogruppen, aus den ursprünglichen portugiesischen Kolonialisten, den Nachfahren von Afrikanern, die als Sklaven nach Brasilien verschleppt wurden sowie den verschiedenen Immigrantengruppen, hauptsächlich aus Europa, dem Nahen Osten und Asien.
Etwa die Hälfte der brasilianischen Bevölkerung hat einen nicht unerheblichen Anteil an afrikanischen Vorfahren. Von 187 Millionen Brasilianern schätzten sich im Jahr 2006 42,6 % als „gemischt“ ein, 6,9 % als „schwarz“ (vgl. Abb. 4). Fast die Hälfte der gesamten Bevölkerung (49,7 %), gab „weiß“ als die eigene Hautfarbe an. Der Rest, 0,8 %, ordneten sich als „gelb“ (amarela), also asiatisch oder von Indianern abstammend ein.22 Die vom brasilianischen Statistischen Bundesamt jährlich herausgegebenen Zahlen zur Selbsteinschätzung der eigenen Hautfarbe oder Rasse bilden die Realität nicht unbedingt ab, da die Hautfarbe „schwarz“ oder „gemischt“ (parda) gesellschaftlich weniger angesehen ist als „weiß“.
Erst 1888 wurde die Sklaverei offiziell abgeschafft. In der verfassungsgebenden Versammlung hundert Jahre nach Abschaffung der Sklaverei, im Jahr 1988, wurde Rassismus als nicht verjährendes Verbrechen gebrandmarkt, das mit Freiheitsstrafe geahndet wird (Art. 5 Ziff. XLII). Den Ausgangspunkt der Armut der schwarzen Bevölkerung in Brasilien bildet u. a. die Tatsache, dass die afrikanischen Zwangsverschleppten im Gegensatz zu den europäischen Einwanderern keine Integrationshilfe erhielten.23
Ein öffentliches Bewusstsein für die Benachteiligung aufgrund der Hautfarbe konnte sich durch die über Jahrhunderte gewachsenen gesellschaftlichen Strukturen und den tief verankerten Paternalismus nur langsam entwickeln. Bis in die 1980er Jahre hinein wurden die Verantwortung für Menschenrechtsverletzungen wie Rassismus, bzw. die Existenz von Rassismus von der Regierung verneint. Erst Anfang der 1990er Jahre kam es zu einem offenen Dialog zwischen der Regierung und unterschiedlichen Gruppierungen der Zivilgesellschaft, der 1995 zur Ausarbeitung des „Nationalen Programms der Menschenrechte“ (Programa Nacional de Direitos Humanos, PNDH) führte.24
1997 wurde das Gesetz zur Bekämpfung von Vorurteilen aufgrund von Rasse oder Hautfarbe, Ethnie oder Religion aus dem Jahr 1989 in Bezug auf die Verurteilung von Rassismus verschärft (Gesetz 9.459, Art. 1 und 20). Unter dem amtierenden Regierungschef Luiz Inácio Lula da Silva, der in seiner zweiten Amtszeit regiert, wurde das neue politische Bewusstsein gegenüber ethnischen Diskriminierungen durch die Einrichtung verschiedener staatlicher Stellen zur Bekämpfung ethnischer Ungleichheit verstärkt fortgeführt: 2006 war Brasilien Veranstaltungsort zweier internationaler Konferenzen, die sich schwerpunktmäßig mit der Gleichstellung der Rassen beschäftigten.25 Aktuell wird heftig über Quotenregelungen für Schwarze im öffentlichen Dienst debattiert.

Staatsbürgerschaft
Die brasilianische Staatsbürgerschaft ist durch die Verfassung von 1988 (Artikel 12) geregelt. Sie wird erlangt durch die Geburt auf brasilianischem Boden (ius soli), unabhängig von der Staatsbürgerschaft der Eltern. Ebenso gilt jedoch auch das Recht auf die brasilianische Staatsangehörigkeit durch die Abstammung von brasilianischen Eltern (ius sanguinis). Dazu muss die Person nach Brasilien zurückkehren, die Volljährigkeit erreicht haben und die Staatsbürgerschaft beantragen (geregelt durch den Verfassungszusatz Nr. 54 von 2007).
Die Verfassung sieht auch die Möglichkeit zur Einbürgerung vor. So kann die Staatsbürgerschaft nach den Prinzipien „Aufenthalt“ oder „Einheirat“ erworben werden. Zur Einbürgerung ohne Einheirat muss die Person vier Jahre ohne Unterbrechung und Vorstrafen in Brasilien gelebt haben. Vorausgesetzt werden Kenntnisse der brasilianischen Sprache in Wort und Schrift, ein fester Wohnsitz und die Mittel, sich selbst und die Familie ernähren zu können.26
Um die Rechte seiner ausgewanderten Bürger zu schützen, führte Brasilien 1996 die doppelte Staatsbürgerschaft ein. Die Initiative zur Gesetzesänderung ging von der Regierung aus und kann als Reaktion auf die rasant gewachsene Zahl der brasilianischen Auswanderer gesehen werden. Insbesondere nach der Verschärfung der Einwanderungsgesetze in den USA Anfang der 1990er Jahre und der damit erschwerten Pendelmigration wollte die brasilianische Regierung den Emigranten den Erhalt der formalen Bindungen zum Herkunftsland erleichtern. Ein weiteres Instrument in diesem Sinn sind extraterritoriale Rechte, wie das Wahlrecht außerhalb des Landes.27

Auswanderung
Entwicklung der Auswanderung
Auswanderung ist seit den 1990er Jahren eines der bedeutendsten sozialen Phänomene in Brasilien – wie in Lateinamerika überhaupt.28 Ihren Anfang nahmen die Emigrationsströme aus Brasilien mit den ökonomischen Entwicklungen der 1980er Jahre. Bis zur einsetzenden Wirtschaftsrezession war die brasilianische Bevölkerung auch in ökonomisch und politisch schwierigen Zeiten weitgehend im Land geblieben. Erst nach dem Ende der Militärdiktatur 1985 begann sich die Unzufriedenheit der Bevölkerung allmählich in der Abwanderung zu zeigen. Der Regierung Sarney (1985 bis 1990) gelang es nicht, die Staatsverschuldung und die höchste Inflationsrate, die es je in Brasilien gab, unter Kontrolle zu bringen. Nicht aus politischen, sondern aus wirtschaftlichen Gründen verließen in diesem als „verloren“ bezeichneten Jahrzehnt viele Hunderttausend ihr Land.29
Mit der Enttäuschung über das Anhalten des wirtschaftlichen Stillstands und die Korruptionsaffären des Präsidenten Collor (1990 bis 1992) kam es Mitte der 1990er Jahre zu einer zweiten Auswanderungswelle. Die Zahl der legal in den USA, Japan, Portugal, Italien, Spanien, Deutschland, Kanada und anderen Ländern lebenden Brasilianer wurde 1995 auf über eine Million geschätzt, die sich nach weiteren zehn Jahren bereits mehr als verdoppelt hatte.30 Nach aktuellen Schätzungen des brasilianischen Außenministeriums lebten 2007 98 % der Emigranten in vier Regionen der Erde: in Nordamerika (42 %), Europa (25 %), Südamerika (20 %) und Asien (10 %). Die restlichen 2 % verteilen sich auf Zentralamerika, Afrika, Ozeanien und den Nahen Osten.
65,6 % der zwischen 1990 und 2000 in die USA ausgereisten Südamerikaner waren Brasilianer.31 2006 lebten geschätzte 2,8 Millionen Brasilianer in den Vereinigten Staaten, darunter viele Zehntausend illegal. Durch die Verschärfung der Gesetze und Grenzkontrollen wurde die zunächst überwiegende Pendelmigration in die USA erschwert. Daraufhin ist die Anzahl der Zuwanderer nach Europa in den 1990er Jahren gewachsen. Aufgrund von Sprache und Abstammung vieler Emigranten wurde Portugal als eines der häufigsten Ziele gewählt.32 Nach Angaben der brasilianischen Konsulate lebten im Jahr 2000 um die 50.000 Brasilianer auf legale Weise und einige Tausend irregulär in Portugal. Portugal wird auch als Tor zur EU und unter anderem zum Transit nach Deutschland genutzt. Nach Schätzungen des brasilianischen Außenministeriums lebten im Jahr 2000 mit 60.000 Personen mehr Brasilianer in Deutschland als in Portugal.33 75 % der gemeldeten brasilianischen Migranten in Deutschland sind Frauen, wie Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen.34
Japan wurde, neben Nordamerika und Europa, Anfang der 1980er Jahre zum dritten großen Migrationsziel für Brasilianer. Von diesen Hauptzielen der Emigranten hatte nur Japan brasilianische Arbeitskräfte angeworben.
Als Reaktion auf die Probleme durch die steigende Zahl von Brasilianern im Ausland legte Fernando Henrique Cardoso als Außenminister (1992-1993) unter Präsident Franco einen Schwerpunkt seiner Arbeit auf die Erhöhung der Anzahl der Konsulate und Botschaften und erweiterte ihre Funktion zu allgemeinen Beratungsstellen für Brasilianer im Ausland.35 Unter der Regierung Lula wurden erste Schritte einer emigrantenfreundlichen Politik unternommen: Rücküberweisungen sollen verbilligt und spezielle Rückkehrprogramme ausgebaut werden, die Migranten wieder eingliedern.36 Um die Lage der im Ausland lebenden Brasilianer zu verbessern, fand im Juli 2008 in Rio die erste internationale Konferenz „Brasilianer in der Welt“ statt.37 Konkrete staatliche Maßnahmen, um dem Braindrain durch den Fortzug junger Fachkräfte entgegenzuwirken, wurden bisher nicht ergriffen.
Die Auswandererbevölkerung
Bei den brasilianischen Emigranten in Japan, Europa und den USA handelt es sich um überproportional viele qualifizierte Fachkräfte. Sie sind überwiegend jung,38 stammen aus der gebildeten Mittelschicht und dem städtischen Milieu. Trotz der Beschäftigung in niedrig bezahlten Sektoren im Zielland verdienen sie häufig ein Vielfaches von dem, was sie in ihrem Herkunftsland verdienen würden.
In Japan hat schätzungsweise ein Drittel der brasilianischen Einwanderer einen höheren Schulabschluss, dennoch werden sie meist für die unbeliebteren Arbeiten angestellt. Sie überweisen drei bis vier Milliarden US-Dollar jährlich zurück in ihr Herkunftsland.39 In den USA haben brasilianische Einwanderer mit 32 % am dritthäufigsten unter allen südamerikanischen Migranten mindestens einen Bachelor-Abschluss.40
Die internationale Abwanderung Qualifizierter ist als eine Folge der Suche nach sozialer Mobilität zu sehen, die der jüngeren Bevölkerung in Brasilien verwehrt bleibt. Aufgrund der Bevölkerungsexplosion bieten mittlere und große Städte Brasiliens der gut qualifizierten Bevölkerung nicht ausreichend adäquate Beschäftigungsmöglichkeiten.41 Der erhoffte soziale Aufstieg in den Industrieländern wird meistens jedoch nur durch die Möglichkeiten des Konsums und der allgemein verbesserten Lebensbedingungen repräsentiert.42
Die Abwanderung ist aber nicht allein eine Reaktion auf die lange Zeit instabile wirtschaftliche Situation, sondern auch eine Flucht vor der alltäglichen Gewaltkriminalität und den Menschenrechtsverletzungen in Brasilien. Als indirekte Faktoren für die Abwanderung junger Fachkräfte aus den Städten werden von brasilianischen Forschern auch der Einfluss des internationalen Tourismus sowie globale Konsumgewohnheiten angeführt. Beispielsweise sahen 40 Millionen Menschen 2005 täglich die Serie „America“, die davon handelt, wie eine junge Brasilianerin über Mexiko in die Vereinigten Staaten einreist und versucht, sich ein Leben in Florida aufzubauen.43
Dass die Migranten ihrem Herkunftsland weiterhin wirtschaftlich und sozial eng verbunden sind, zeigt nicht zuletzt auch die Höhe ihrer Rücküberweisungen: 2007 lag der Betrag laut einer Studie der Interamerikanischen Entwicklungsbank bei 7,1 Milliarden US-Dollar. Die Höhe der Rücküberweisungen der Brasilianer in den USA, Europa und Japan hatte zwischen 1996 und 2006 mit der Zahl der Auswanderer stetig zugenommen (vgl. Abb. 6).
Zudem spricht für eine hohe Verbundenheit mit dem Herkunftsland, dass eine nicht unerhebliche Zahl von Migranten, insgesamt 187.180 Personen, zwischen 1990 und 2000 als Rückkehrer nach Brasilien gekommen sind.(44) Das sind zwei Drittel aller Zuzüge aus dem Ausland in diesem Zeitraum. Rund 20 % der ehemaligen brasilianischen Auswanderer kamen aus Europa; 16 % kehrten vorübergehend oder dauerhaft aus den USA zurück (vgl. Abb. 7).
Die Angst vor Ausweisungen, aber auch der schwache Dollar werden nach einem Bericht der New York Times 2007 als Gründe für eine verstärkte Rückkehr aus den USA angegeben.45 Die jüngste Stabilisierung der brasilianischen Wirtschaft dürfte inzwischen als ein Pull-Faktor dazugekommen sein. Für die Tendenz, sich nicht dauerhaft in den USA niederlassen zu wollen, spricht auch die niedrige Einbürgerungsquote der brasilianischen Migranten: Sie betrug im Jahr 2000 nur 21,5 % und ist damit die niedrigste Quote aller südamerikanischen Migranten in den USA.46 Ein Vergleich der auf Schätzungen basierenden Zahlen des brasilianischen Außenministeriums zeigt, dass die Auswanderung zwischen 2001 und 2007 bei gleichzeitig verstärkter Rückkehr weiter zugenommen hat.

Irreguläre Migration
Irreguläre Migration aus Brasilien
Seit der Verschärfung der Einreisemöglichkeiten in den 1990er Jahren versuchen viele Brasilianer, illegal in die USA zu gelangen. Zunächst reisen sie als Touristen nach Mexiko, um dann mit Hilfe von Schleppern in Bussen oder zu Fuß die Grenze nach Texas zu überqueren. Viele Brasilianer zahlen dafür Beträge von bis zu 8.000 US-Dollar an mexikanische oder US-amerikanische Schlepper. Die Zahl der an der Grenze zu den USA festgenommenen Brasilianer wurde 2005 mit bis zu 2.000 Personen monatlich beziffert.47 Angesichts dieser Zahlen richtete der brasilianische Kongress 2006 eine Untersuchungskommission mit der Aufgabe ein, die Situation und Rechte der in den USA illegal Eingereisten und Verhafteten zu untersuchen.
Auch nach Europa, besonders nach Portugal, ist es in den letzten zehn Jahren zu vermehrter irregulärer Einwanderung gekommen. Portugal und Brasilien verhandelten 2003 bei einem Staatsbesuch des brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva über ein Legalisierungsprogramm für illegal in Portugal lebende Brasilianer. Innerhalb von fünf Jahren sollten etwa 30.000 von ihnen einen regulären Aufenthaltsstatus erhalten. Vorausgesetzt wurde eine Einreise nach 2001 und ein gültiger Arbeitsvertrag. Eine komplizierte Bürokratie und das Fehlen der für den Vorgang notwendigen Dokumente der Migranten führten dazu, dass bis 2008 von der angestrebten Gesamtzahl nur rund zwei Drittel legalisiert wurden.
Illegale und irreguläre Einwanderung
Die regionale irreguläre Zuwanderung wird vor allem von zwei Zuwanderergruppen bestimmt: Zum einen überqueren Arbeitsmigranten auch ohne Papiere in der Folge des Mercosur-Abkommens die Grenzen in den Gebieten zwischen Brasilien und seinen Nachbarstaaten (vgl. „Regionale Migration“). Zum anderen treibt der bürgerkriegsähnliche Konflikt in Kolumbien jährlich an die 2.000 Menschen über die Grenzen im nordwestlichen Teil Brasiliens.
Ähnlich hoch lag die Zahl der Afrikaner, die in Folge des Bürger- und des Unabhängigkeitskrieges in Angola (1975 bis 2002) geflohen und in Brasilien irregulär eingereist sind. Ihre Zahl wurde Anfang der 1990er Jahre auf über 15.000 geschätzt (vgl. Flucht und Asyl).48 Aber auch aus anderen afrikanischen Staaten wie Nigeria kommt es zur unerlaubten Einreise auf dem Seeweg.
1998 wurde unter dem damaligen Präsidenten Fernando Henrique Cardoso das Gesetz zur Regelung von illegaler Zuwanderung (Nr. 7.685 von 1988) durch ein neues Amnestiegesetz (Nr. 9.675) geändert. Während einer Frist von 90 Tagen erhielten im selben Jahr 40.000 Ausländer eine vorübergehende Aufenthaltsgenehmigung von bis zu zwei Jahren, mit der Möglichkeit zur Verlängerung um denselben Zeitraum, bis hin zum permanenten Aufenthaltsstatus. Die größten Gruppen, die von dieser Amnestie profitierten, waren Bolivianer (ca. 14.000), Chinesen (ca. 9.900) und Libanesen (ca. 3.100), gefolgt von Südkoreanern, Peruanern, Uruguayern und Argentiniern mit je einer vierstelligen Zahl. Obwohl Afrikaner den größten Teil irregulär eingereister Migranten ausmachen dürften, profitierten nur 435 Personen aus Angola (9. Stelle) und 225 aus Nigeria ( 13. Stelle) von der Amnestie.49 Kritiker bemängeln, dass insgesamt nur sehr wenige Immigranten regularisiert werden. Darüber hinaus ist die gängige Praxis der Abschiebung von Kindern ein Gegenstand der Kritik im Zusammenhang mit der Regelung irregulärer Migration.
Menschenhandel
Brasilien ist eines der von Menschenhandel am stärksten betroffenen Länder der Erde. Es ist ein sehr häufiges Herkunftsland von Frauen und Kindern, die sexuell ausgebeutet werden. Frauen werden mit falschen Angeboten innerhalb des Landes in andere Regionen, in Nachbarländer oder nach Westeuropa, Japan, in die Vereinigten Staaten und den Mittleren Osten gelockt und dort zur Prostitution gezwungen. Zwischen dem Sextourismus in den Küstenstädten Brasiliens und dem Handel mit Frauen besteht ein enger Zusammenhang. Kinder werden auch als Haushaltshilfen versklavt. Männer werden vor allem für landwirtschaftliche Arbeit gehandelt und in den Bundesstaaten Amazonas, Mato Grosso und Pará unter sklavenähnlichen Bedingungen zur Arbeit gezwungen.
Nach Angaben des jährlich erscheinenden Berichts über Menschenhandel des US Department of State arbeiteten 2006 an die 70.000 Brasilianerinnen als Prostituierte im Ausland, viele von ihnen als Opfer von Menschenhandel, und 25.000 meist männliche Personen als Zwangsarbeiter in der brasilianischen Landwirtschaft.50
Die strafrechtliche Verfolgung von Zwangsarbeit stellt noch immer ein großes Problem bei der Bekämpfung von Menschenhandel in Brasilien dar. Laut Gesetz wird der Handel von Personen zum Zwecke sexueller Ausbeutung mit sechs bis zehn Jahren Haft bestraft. Zwangsarbeit wird durch die brasilianische Verfassung ebenfalls verboten und kann mit Gefängnisstrafe geahndet werden, wird bisher jedoch kaum verfolgt.51
Obwohl die Regierung in den letzten Jahren zunehmend bemüht ist, den internen und internationalen Menschenhandel zu ahnden und gezielt gegen Zwangsarbeit vorzugehen, kommen die von der Lula-Regierung proklamierten Maßnahmen zur Eliminierung von Sklavenarbeit und Kinderprostitution nur schleppend voran. Im Oktober 2006 hatte Präsident Lula da Silva einen nationalen Aktionsplan gegen alle Formen der Ausbeutung und für eine staatliche Koordinierung zur Bekämpfung von Menschenhandel initiiert und entsprechende Finanzmittel bereitgestellt. 2006 wurden über hundert Einsätze in entlegenen Gebieten am Amazonas durchgeführt, um Zwangsarbeit aufzudecken.

Flucht und Asyl
Im März 2008 lebten nach Angaben des „Nationalen Komitees für Flüchtlinge“ (Comitê Nacional para os Refugiados, CONARE) 3.857 Flüchtlinge in Brasilien.52 Sie stammen aus fast 70 Ländern, mehr als 250 Flüchtlinge wurden 2007 im Rahmen eines 1999 geschlossenen Abkommens mit dem UNHCR aufgenommen. Die größte in diesem Zusammenhang in Brasilien angesiedelte Flüchtlingsgruppe stellen annähernd 100 Palästinenser dar, die 2007 anerkannt wurden.
Den offiziellen Angaben zufolge machen Flüchtlinge aus afrikanischen Staaten mit 78 % den größten Anteil aus, darunter als größte Gruppe 1.700 Flüchtlinge aus der ehemaligen portugiesischen Kolonie Angola. Die Anzahl der Irregulären wird auf mehrere Zehntausend geschätzt. An zweiter und dritter Stelle in der Liste der häufigsten Herkunftsländer von Flüchtlingen folgen Kolumbien und die Demokratische Republik Kongo (erstes Quartal 2008).
Nach Angaben von CONARE werden in Brasilien jährlich zwischen 650 und 700 Asylanträge gestellt. Über ihre Anerkennung entscheidet das „Nationale Komitee für Flüchtlinge“. 2007 wurde 363 Anträgen stattgegeben.53 Mit einer Anerkennungsrate von 50 % liegt Brasilien im Mittelfeld der lateinamerikanischen Länder. Mitarbeiter des UNHCR gehen jedoch von wesentlich mehr Asylsuchenden in Brasilien aus. Ihren Angaben zufolge leben allein an der Grenze zu Kolumbien zwischen 10.000 und 15.000 irreguläre Flüchtlinge, von denen nur ein geringer Anteil einen Asylantrag gestellt hat.54
Brasilien ist Unterzeichner der meisten internationalen Abkommen zur Wahrung der Menschenrechte. Am 23. Juli 1997 trat das aktuell gültige Gesetz 9.474/97 zur Regelung von Flüchtlingsfragen in Kraft. Es wurde vom Justizministerium in Zusammenarbeit mit dem UNHCR erarbeitet. Das Gesetz beinhaltet die Schutzinstrumente der Genfer Konvention und des Protokolls von 1967.
Obwohl Brasilien bislang eher in kleinerer Zahl Flüchtlinge aufgenommen hat, werden einige Instrumente der brasilianischen Flüchtlingspolitik vom UNHCR als vorbildlich bezeichnet: Das Flüchtlingsgesetz ist der lateinamerikanischen Erklärung von Cartagena (1984) verpflichtet, die eine Erweiterung der Fluchtgründe der Genfer Konvention um die Formulierung der „generalisierten Gewalt gegen die Menschenrechte“ (generalized violation of human rights) beinhaltet und sich damit auch auf bewaffnete Konflikte als Fluchtgrund bezieht. Auch geschlechtsspezifische Verfolgung wird als Fluchtgrund anerkannt. Rund 11 % der Flüchtlingsanerkennungen im Zeitraum 2005 bis 2007 sind durch das vom UNHCR als vorbildlich bezeichnete „Women-at-risk“-Verfahren vorgenommen worden. Ein weiteres vom UNHCR als beispielhaft gelobtes Instrument stellt die „emergency procedure“ dar. Rund 4 % Flüchtlinge wurden zwischen 2005 und 2007 über dieses Verfahren anerkannt, das bei besonders hohem Risiko eine Anerkennung innerhalb von 72 Stunden vorsieht.55
Das Gesetz sieht vor, dass nach sechs Jahren Aufenthalt im Land als anerkannter Flüchtling eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis beantragt werden kann. Flüchtlingen und Asylsuchenden in Brasilien wird der Zugang zu sozialen und wirtschaftlichen Rechten sowie Gesundheit, Bildung und Arbeit garantiert. Dennoch ist Armut unter Flüchtlingen besonders weit verbreitet.

Fazit und zukünftige Herausforderungen
Für Brasilien ist es besonders schmerzhaft, dass gerade die am besten Ausgebildeten das Land verlassen. Als untrügliches Zeichen für eine Umkehrung des Entwicklungsprozesses („reversal of development“) werten Kritiker, dass vom Braindrain Brasiliens ausgerechnet die zwei größten Volkswirtschaften USA und Japan profitieren. Zudem begann der Massenexodus der gut gebildeten Mittelschicht just in dem Moment, als sich die neue Demokratie nach der langen Zeit der Militärdiktatur konstituierte.
Ob das Ziel Brasiliens erreicht wird, sich zu entwickeln und den Anschluss an die drei großen wirtschaftlich boomenden Schwellenländer Russland, Indien und China nicht zu verlieren, kommt auf mehrere Faktoren an. Es wird nicht zuletzt auch davon abhängen, ob es gelingt, dem zunehmenden Mangel an einer breiten Basis gut ausgebildeter Fachkräfte entgegenzuwirken. Über wirtschaftliche Stabilität hinaus, die Arbeitsplätze und Aufstiegschancen bietet, sind Reformen im Bildungs- und Gesundheitsbereich, der Schutz der Menschenrechte und die Reduktion der Alltagskriminalität entscheidende Faktoren, um potentielle Auswanderer zu bewegen, ihre Bildung in Brasilien einzusetzen.
Die zur wirtschaftlichen Entwicklung benötigten qualifizierten und unternehmerischen Ausländer werden nur dann verstärkt einwandern, wenn die bestehenden bürokratischen Hindernisse abgebaut und die mehrmals vergeblich angestrebte Reform des Ausländergesetzes umgesetzt wird. Laut einer Studie der brasilianischen Wirtschaftsfakultät Fundação Dom Cabral planen mehr als zwei Drittel der befragten Unternehmen, in den nächsten fünf Jahren die Anzahl ihrer ausländischen Arbeitnehmer zu erhöhen.56 Dies betrifft Migranten der Mercosur-Mitgliedstaaten ebenso wie die der übrigen Herkunftsländer.
Die gegenwärtige Regierung ist bestrebt, den Handel im Mercosur und mit den anderen Nachbarstaaten auszubauen. Fortschritte in dieser Hinsicht wurden mit Hilfe einer aktiven Außenpolitik seit 2002 erzielt. Dauerhaft wird dieses Ziel jedoch nur erreicht werden können, wenn vernünftige Regelungen für die wachsende Zahl an Wander- und Arbeitsmigranten vereinbart werden. Einen wichtigen Ansatzpunkt bilden hier die zahlreichen undokumentierten Migranten, die sich unter teils prekären Lebensbedingungen in den Grenzgebieten der Mercosur-Mitgliedstaaten bewegen.
Brasilien trägt als stärkste Wirtschaftsmacht in Lateinamerika auch Verantwortung für den Schutz der afrikanischen und besonders der kolumbianischen Flüchtlinge, die derzeit in das Land strömen. Seine Wahrnehmung als wirtschaftlich und sozial kompetentes Land hängt nicht unwesentlich davon ab, ob in naher Zukunft angemessen auf jene Flüchtlinge reagiert wird, die zu Zehntausenden vor den bürgerkriegsähnlichen Zuständen im Nachbarland fliehen.

Endnoten
- Die Inflationsrate liegt seit 2007 bei 4,5 %. Ende des Jahres 2005 war Brasilien in der Lage, seine gesamten Schulden beim Internationalen Währungsfonds (IWF) in Höhe von umgerechnet 15,5 Mrd. US-Dollar vorzeitig zurückzuzahlen. Damit verlor der IWF seinen weltweit größten Kreditnehmer. (Vgl. New York Times, 02.06.2008).
- Der Gini-Koeffizient, der die Verteilungsungleichheit im Einkommen misst, betrug für Brasilien 2005 56,7. Damit ist Brasilien unter den Ländern mit der höchsten Einkommensungleichheit weltweit. Siehe Central Intelligence Agency (CIA): CIA-Worldfactbook, https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/br.html.
- Siehe Arbix (2007).
- Siehe Ribeiro (2002).
- Siehe Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE) (2008): http://www.ibge.gov.br/home/estatistica/populacao/
censohistorico/1550_1870.shtm. - Siehe Memorial do Imigrante: „Entrada de imigrantes no Brasil 1870-1953“: http://www.memorialdoimigrante.sp.gov.br/historico/index.htm.
- Siehe Lesser (1999).
- Siehe auch für die einzelnen Länder, die in Tab. A unter „Naher Osten“ und „andere“ zusammengefasst sind: Governo do Estado de São Paulo, Memorial do Imigrante: http://www.memorialdoimigrante.sp.gov.br/historico/index.htm.
- Siehe Masterson/ Funada (2003).
- Siehe Seyfert (2001).
- So besitzen heute die größten 10 % der Betriebe fast 80 % der zur Verfügung stehenden Anbaufläche, während ca. 60 % der Betriebe mit 5 % der Anbaufläche auskommen müssen, siehe Kohlhepp (2003).
- Siehe CEPAL (2007).
- Siehe Gabinete do Ministro (GM), Coordenação Geral de Imigração (CGIg), Ministério do Trabalho e Emprego: http://www.mte.gov.br/trab_estrang/est_escolaridade.pdf.
- Siehe Barreto (2001).
- Siehe Sales und Salles (2002).
- Siehe Barreto (2001).
- Siehe Baeninger (2000): Espaço brasiguaio: novas práticas coloniais. In: ComCiência. Brasil: Migrações Internacionais e Identidade: http://www.comciencia.br/reportagens/migracoes/migr10.htm.
- Venezuela hat 2006 den Beitritt als Vollmitglied beantragt, wurde aber bislang nicht von allen Mitgliedstaaten des Mercosur anerkannt.
- Siehe CEPAL (2007).
- Siehe Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE) (2000).
- Siehe Gabinete do Ministro (GM), Coordenação Geral de Imigração (CGIg), Ministério do Trabalho e Emprego: http://www.mte.gov.br/trab_estrang/est_origem.pdf.
- Siehe IBGE (2006): http://www.ibge.gov.br/home/presidencia/
noticias/noticia_visualiza.php?id_noticia=737&id_pagina=1 - 23 Im Jahr 2006 verdienten nur 5,4 % der Weißen ein Zehntel eines durchschnittlichen monatlichen Familieneinkommens (pro Kopf), aber 14,6 % der schwarzen und gemischten Bevölkerung. Dagegen verdienten 15,7 % der Weißen zehn Zehntel eines durchschnittlichen Familieneinkommens (pro Kopf), aber nur 4,1 % der schwarzen und gemischten Bevölkerung. IBGE, Pesquisa Nacional por Amostra de Domicílios 2006.
- Siehe „Programa Nacional de Direitos Humanos“: http://www.mj.gov.br/sedh/pndh/menu.htm.
- Die zweite Konferenz der Intellektuellen aus Afrika und der Diaspora (II Conferência de Intelectuais da África e da Diáspora) und die Regionale Amerikakonferenz über Fortschritte und Schwierigkeiten bei der Umsetzung des Aktionsplans gegen Rassismus und Diskriminierung aufgrund von Hautfarbe, Xenophobie und den damit zusammenhängenden Diskriminierungen (Conferência Regional das Américas sobre Avanços e Desafios no Plano de Ação contra o Racismo, a Discriminação Racial, a Xenofobia e as Intolerâncias Correlatas, siehe Ipea (2007).)
- Für Personen aus portugiesischsprachigen Ländern verkürzt sich die Frist auf ein Jahr. Auch für Personen mit brasilianischer Verwandtschaft, besonderen Berufen, im Dienste des Staates oder Eigentümer bestimmter Güter gelten verkürzte Fristen.
- Basierend auf dem Gesetz von 1965 und der Verfassung von 1988. Siehe Escobar (2007).
- Seit den 1990er Jahren gilt Lateinamerika einschließlich der Karibik als die Region mit der höchsten Auswanderung weltweit; Arbeitsmigration ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor für Lateinamerika geworden, siehe IADB (2004).
- Siehe Skidmore (1999).
- Siehe Sales und Salles (2002).
- Siehe Migration Policy Institute (2006): Characteristics of the South American Born in the United States. http://www.migrationinformation.org/USFocus/display.cfm?ID=400.
- Siehe Fajnzylber, P. und López, H. (2007).
- Die vom Statistischen Bundesamt für dasselbe Jahr ausgegebene Anzahl liegt mit 24.142 Brasilianern wesentlich unter dieser Schätzung, was auf die unterschiedliche Erhebung der Zahlen zurückzuführen ist: Die Zählung des Statistischen Bundesamtes basiert auf der Differenz zwischen Einreise und Ausreise von Brasilianern und der Anzahl ihrer Einbürgerungen in Deutschland, während den Schätzungen des brasilianischen Außenministeriums die Meldungen der Konsulate in Berlin, Frankfurt a. M. und München zugrunde liegen.
- Siehe Heiratsmigration nach Deutschland. Migration und Bevölkerung:
http://www.migration-info.de/migration_und_bevoelkerung/archiv/ausgaben
/ausgabe0510.htm. - Siehe Barros (1996).
- Siehe Silva (2006): Migrações, o Desafio Gobal. In: Instituto: Migrações e Direitos Humanos: http://www.migrante.org.br/textoseartigos.htm.
- Siehe „Brasileiros no Mundo“, mit aktuellen Beiträgen und Zahlen zur brasilianischen Auswanderedebatte: http://www.abe.mre.gov.br/mundo/america-do-sul/republica-federativa-do-brasil/subsecretaria-geral-das-comunidades-brasileiras-no-exterior/informacoes/i-seminario-sobre-as-comunidades-brasileiras-no-exterior.
- Das Durchschnittsalter der in den USA lebenden Brasilianer beträgt 33,7 Jahre. Siehe Migration Policy Institute (2006): Characteristics of the South American Born in the United States. http://www.migrationinformation.org/USFocus/display.cfm?ID=400.
- Siehe Sales und Salles (2002).
- Siehe Migration Policy Institute (2006): Characteristics of the South American Born in the United States. http://www.migrationinformation.org/USFocus/display.cfm?ID=400.
- Studien der Weltbank zeigen, dass vermehrte Abwanderung insbesondere in solchen Ländern wahrscheinlich ist, in denen zwei Faktoren zusammenkommen: eine hohe Einkommensungleichheit und die Zugehörigkeit zu den „middle-income“-Entwicklungsländern. Beide Faktoren sind im Fall von Brasilien erfüllt. Siehe Adams und Page (2003).
- Siehe Klagsbrunn (1996).
- Siehe Migration News; Vol. 12, No. 3, Juli 2005: „Mexico: Legalization, Brazilians, Economy“, http://migration.ucdavis.edu/mn/more.php?id=3114_0_2_0.
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- Siehe Baeninger (2000): Africanos no Brasil: Dubiedade e Estereótipos: http://www.comciencia.br/reportagens/migracoes/migr11.htm.
- Siehe Barreto (2001).
- Siehe U.S. Department of State: Trafficking in Persons Report 2007 http://www.state.gov.
- 51 Siehe U.S. Department of State: Trafficking in Persons Report 2007 http://www.state.gov.
- Persönliche E-Mail von CONARE am 26.05.2008.
- Siehe oben.
- Brazil, Country Reports on Human Rights Practices - 2007. Released by the Bureau of Democracy, Human Rights, and Labor, March 11, 2008: http://www.state.gov/g/drl/rls/hrrpt/2007/100630.htm.
- Siehe United Nations High Commissioner for Refugees (UNHCR) (2007).
- Siehe Sindicato Mercosur (2006): http://www.sindicatomercosul.com.br/noticia02.asp?noticia=33033 (Stand 18.06.2008).
Die Autorin
Sabina Stelzig, M.A. hat Soziologie in Erlangen-Nürnberg, Lissabon und Hamburg studiert. Zurzeit beendet sie ihre Dissertation an der Universität Hamburg.

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Weitere Quellen
- IBGE (Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística) („Brasilianisches Institut für Geografie und Statistik“)
http://www.ibge.gov.br/home - Ministério do Trabalho e Emprego („Ministerium für Arbeit und Beschäftigung“)
http://www.mte.gov.br - Ministério das Relações Exteriores („Außenministerium“)
http://www.mre.gov.br












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